Die Personenzentrierte Gesprächspsychotherapie (GT)

Die Personenzentrierte Gesprächspsychotherapie (GT) ist eine von C. Rogers entwickelte Methode, mit der man Personen darin unterstützen kann, sich in ihrer Selbstwahrnehmung, ihrer Selbstannahme und ihrer Problemlösefähigkeit zu entwickeln.

C. Rogers entdeckte, dass Menschen von Geburt an auf Entwicklung drängen. In einem optimalen Umfeld entwickeln sie sich zu gesunden, sozialen und erfüllten Personen. Das optimale Umfeld, das sie dazu benötigen, bietet ihre Umwelt, insbesondere die nächsten Bezugspersonen (beispielsweise Eltern, Großeltern, Erzieher/innen, Lehrer/innen...), wenn diese empathisch, authentisch und wertschätzend sind.

Empathisch sein...

bedeutet, dass die Bezugspersonen fähig sind, sich in das Erleben des Gegenübers einzufühlen, die Welt in gewisser Weise aus dem Erleben des Gegenübers wahrzunehmen und mit ihm zu fühlen.

Authentisch sein...

bedeutet, dass die Bezugspersonen in ihrem Sein und ihrem Ausdruck für ihr Gegenüber echt sind.

Wertschätzend sein...

bedeutet, dass die Bezugspersonen erkennen, durch welches Motiv das Handeln ihres Gegenübers jeweils bestimmt ist und dass sie die Eigenheiten ihres Gegenübers wahrnehmen und respektieren.

Wenn Kinder in einem Umfeld aufwachsen, in dem ihnen nur wenig Empathie, Authentizität und Wertschätzung entgegengebracht oder ihre Entwicklung durch Entwertung, Vernachlässigung, Traumata usw. gestört wird, geraten diese Kinder in seelische Überlebenskämpfe, die zu verschiedenen Leiden und Beziehungsstörungen führen können. Daraus folgend können sich körperliche und psychische Krankheiten in der Kindheit, Jugend und im Erwachsenenalter entwickeln.

Da Menschen ihre Entwicklungsfähigkeit jedoch trotz aller Widrigkeiten auch im Jugend- und Erwachsenenalter behalten, ist es möglich, in einem therapeutischen Setting ein Umfeld zu gestalten, in der sich ihre Entwicklungsfähigkeit wieder entfalten kann. In diesem Umfeld ist es den Menschen möglich, sich in einer Weise kennen zu lernen, in der sie ihre persönlichen Eigenheiten und Werte wahrnehmen, sodass sie sich selbst in ihren Gefühlszuständen und Leiden tiefer verstehen. Sie erkennen die Lieblosigkeiten, die ihnen entgegengebracht wurden, und welche Folgen diese für sie hatten.

Die von Hartmann & Hartmann entwickelten Qualitätsanalysen, mit deren Hilfe man die Kernproblematik der Leiden herausarbeiten kann, unterstützen diesen Prozess wesentlich. Die Personen können darüber hinaus ihre eigenen Ziele überprüfen, verändern und erkennen, ob die Methoden, die sie zur Zielerreichung verwenden, geeignet sind. Sie entwickeln Wertschätzung sich selbst und anderen gegenüber und wachsen in ihrem Selbstvertrauen. Sie finden neue Lösungen, mit denen sie sich wohl fühlen.

Isolde Zehme

Dipl.-Psych. Isolde Zehme

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Jürg Hartmann, Regina Sichart-Hartmann, Dennis Danner (Hrsg:)

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