Begleitetes Systematisches Wiedererleben (BSW)

Erlebnisgedächtnis

Alles, was wir erleben, wird in unserem Erlebnisgedächtnis gespeichert und verbleibt dort für unbestimmte Zeit unverändert erhalten. Daraus entwickeln sich Muster, die unser Leben in angenehmer Weise oder unangenehmer Weise beeinflussen. Je nachdem, ob das Erlebte angenehm oder unangenehm war.

Die Muster, die sich aus unangenehmen Erlebnissen entwickeln engen uns ein und machen uns unglücklich.

Muster

Muster können wir daran erkennen, dass wir in bestimmte Situationen emotional heftiger reagieren als es der Situation angemessen ist. Oder durch bestimmte Auslöser erleben wir Gefühle, Körpergefühle oder Bilder, die wir aus früheren Erfahrungen kennen. Manchmal fühlen und handeln wir nicht unserem Alter entsprechend sondern so, wie ein Kind handeln würde.

Was in diesen Situationen passiert, ist, dass bestimmte Auslöser die Inhalte des Erlebnisgedächtnisses aktivieren und man ins Wiedererleben der vergangenen Erlebnisse fällt. Oft findet dieser Vorgang unbewusst statt. Manchmal wundern wir uns lediglich, weshalb wir auf den Auslöser so heftig reagiert haben.

Flashback

Der Fachbegriff für das Wiedererleben traumatischer Inhalte des Erlebnisgedächtnisses lautet „Flashback“.

Auflösung

Wenn wir ins Erleben von uns unangenehmen Inhalten des Erlebnisgedächtnisses kommen, kann das sehr quälend sein. Und doch ist es der natürliche Versuch unseres Organismus das Erlebte zu verarbeiten und führt zur Auflösung von Traumafolgen. Die Erfahrung zeigt, dass wenn wir mit Hilfe des BSW absichtlich und bewusst wiedererleben, ohne den Wiedererlebensprozess zu unterbrechen, eine Erleichterung eintritt. Wenn das Wiedererleben systematisch wiederholt, so dass alles was als traumatisch erlebt wurde ausreichend oft wiedererlebt wird, lösen sich die Folgen des erlebten Geschehens auf. Das bedeutet, man kann sich an das Geschehen zwar noch erinnern, aber es belastet einn nicht mehr. Es ist neutral geworden. Die Auslöser führen nicht mehr zum Wiedererleben.

Isolde Zehme

Dipl.-Psych. Isolde Zehme

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