Traumagefahren

Gefahren, traumatisiert zu werden, können schon sehr früh auftreten:

Im Mutterleib:

Die Mutter raucht, trinkt Alkohol oder nimmt andere Drogen. Häufiger lauter Streit zwischen den Eltern. Die Mutter wird von Ihrem Partner verlassen. Das Kind ist ungewollt. Es wird eine Abtreibung erwogen oder versucht. Ein Zwillingsgeschwisterchen verstirbt schon als Fötus oder Embryo. Die Mutter besucht Lokale mit lauter Musik wie Diskotheken oder Rockkonzerte, u. A.

Während der Geburt:

Die künstliche Einleitung der Geburt oder eine Kaiserschnittgeburt. Die Narkotisierung der Mutter während der Geburt, Umschlingung des Halses mit der Nabelschnur. Langes Stecken-Bleiben im Geburtskanal, u. A.

Nach der Geburt:

Helles Licht. Niedrige Temperaturen. Das Schlagen auf den Po oder Hochziehen an den Füßen, um die Körperlänge zu messen. Trennung von der Mutter. Grobe oder lieblose Behandlung durch Hebammen, Klinikpersonal oder die Eltern selbst, u. A.

In der frühen Kindheit

Das Miterleben von Gefühlszuständen der Eltern, die beispielsweise heimatlos oder vertrieben wurden, oder die unter psychischen Erkrankungen leiden. Die zu frühe Unterbringung in Säuglingskrippen oder Kindergärten. Lieblosigkeiten, Entwertungen, Vernachlässigung, Missachtung; körperliche, emotionale oder sexuelle Misshandlungen; Unfälle, Krankenhausaufenthalte, u. A.

Diese Gefahren können sich auch in der weiteren Kindheit, der Pubertät und im Erwachsenenalter fortsetzen oder hinzukommen.

In der Kindheit

Zu den im Abschnitt »In der frühen Kindheit« genannten Gefahren können hinzukommen:

Demütigungen, emotionale Überforderungen, Leistungsdruck, Schuldzuweisungen, Heimweh in Schulfreizeiten, Mobbing in der Schule und im Internet, Einbrüche, Vergewaltigungen, Überfälle, das Miterleben oder Erfahren von Tötungen oder Tötungsversuchen im Familien- oder Freundeskreis, u. A.

Diese Gefahren können sich auch in der der Pubertät und im Erwachsenenalter fortsetzen oder hinzukommen.

In der Pubertät und im Erwachsenenalter:

Zu den in den Abschnitten »In der frühen Kindheit« und »In der Kindheit« genannten Gefahren können hinzukommen:

Aus der Familie ausgestoßen zu werden, von Beziehungspartnern oder -partnerinnen verlassen zu werden, in Gruppen oder im Internet bloßgestellt zu werden, am Arbeitsplatz gemobbt zu werden, Zeuge zu sein von Selbsttötungen, beispielsweise wenn sich jemand vor einen Zug wirft, das Verursachen von Unfällen mit Personenschäden oder mit Todesfolge, u. A.

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Isolde Zehme

Dipl-Psych. Isolde Zehme

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