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Dipl.-Psych. Isolde Zehme
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35578 Wetzlar
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Weiterbildung:
Kostenfreie Informations-
Veranstaltung in Wetzlar

Zur Weiterbildung im Begleiteten Systematischen Wiedererleben (BSW) nach S. Petry am 03. Februar 2011 in Wetzlar

Weiterbildung:
Einführungsseminar in Wetzlar

Einführung in die Theorie und Praxis der Methode BSW nach S. Petry vom 04. - 06. Februar 2011

Ist eine Befreiung vom Trauma möglich?

Diese Frage beantworte ich mit „Ja“.

Um Ihnen zu erklären, warum ich dies tue, möchte ich Ihnen genauer beschreiben, was unter einem Trauma verstanden wird, was das Erlebnisgedächtnis ist und wie es mit dem Wiedererleben eines Traumas zusammenhängt.

Für das Begleitete Systematische Wiedererleben (BSW) gilt nach Petry „jede körperliche oder seelische Verletzung, die Auswirkungen auf das künftige Verhalten und auf die körperliche und seelische Gesundheit des Betroffenen hat“, als Trauma.

Ein Beispiel:

Ein Mann leidet unter Höhenangst. Während des Wiedererlebens erlebt er, wie er nach seiner Geburt an den Füßen hochgehoben wurde, so dass er frei in der Luft hing. (Dies mussten Neugeborene früher häufig erdulden, denn auf diese Weise wurde der Atemreflex ausgelöst.)

Beim Wiedererleben davon, wie er an den Füßen gehalten wurde und im freien Raum hing, erlebt der Mann auch seine panische Angst, die er damals empfand. Nachdem die Situation nach der Geburt durch das Wiedererleben aufgelöst wurde, verschwindet auch die Höhenangst.

Das Hochgezogenwerden an den Füßen nach der Geburt wird nach Petry als Trauma definiert, denn es hatte Auswirkungen auf das künftige Verhalten (Vermeiden von Höhen) und die körperliche und (hier vorwiegend) seelische Gesundheit (Höhenangst).

Es stellt sich die Frage, wie es sein kann, dass die Panik, die der Mann empfand, als er an den Füßen in die Luft gehoben wurde, noch solch einen großen Einfluss auf sein späteres Leben hatte – nämlich dass er Höhenangst bekam.

Eine Antwort darauf finden wir in dem von S. Petry so genannten „Erlebnisgedächtnis“. In diesem wird alles, was wir erleben, vollständig gespeichert, selbst wenn wir uns kognitiv nicht mehr daran erinnern können. Vollständig bedeutet: in chronologischer Reihenfolge und mit allen dazugehörigen Körperzuständen, Sinneseindrücken und Reaktionen auf das Erlebte.

„Abgerufen“ werden die Inhalte des Erlebnisgedächtnisses durch das Wiedererleben.

Ausgelöst wird das Wiedererleben durch alltägliche Reize, beispielsweise Sinneseindrücke, die den Eindrücken des früher Erlebten gleichen.

In dem oben beschriebenen Beispiel ist der Sinneseindruck, der mit dem Blick aus der Höhe entsteht, der Auslöser für das Wiedererleben der im Erlebnisgedächtnis gespeicherten Panik – nämlich der Panik, die nach der Geburt entstand, als der Mann an den Füßen gehalten wurde.

Die Ursache der Höhenangst ist also das Wiedererleben der früheren Panik, die durch einen gegenwärtigen Reiz ausgelöst wird.

Wie in dem oben beschriebenen Beispiel war es dem Mann nach dem BSW nicht mehr möglich, die Panik wiederzuerleben.

Folglich kann auch der neuerliche Blick aus der Höhe keine Panik mehr hervorrufen. Der Mann ist also von seinem Trauma befreit.

Die Frage, ob eine Befreiung vom Trauma möglich ist, kann also folgendermaßen beantwortet werden:

Wenn das Wiedererleben gelingt und die traumatische Situation so oft systematisch wiederholt wird, bis ein neuerliches Wiedererleben nicht mehr möglich ist, ist das gleichbedeutend mit der Befreiung vom Trauma.

Zwar bleibt die Erinnerung an das Trauma weiterhin bestehen, sie ist jedoch nicht mehr belastend.